Vor den Augen der Welt

Palestinians at the site of an Israeli airstrike at an United Nations (UNRWA) school in the Nuseirat camp in the central Gaza Strip, on July 15, 2024.

Während internationale Empörung zur wohlfeilen Pflichtübung verkommt, wird im besetzten Ostjerusalem eine rote Linie überschritten: Israel zerstört das Hauptquartier der UNRWA – und der Westen schaut zu. Der Bruch des Völkerrechts wird benannt, aber folgenlos abgeheftet. Was sagt dieses Schweigen über die „regelbasierte Ordnung“ wirklich aus? Von Karin Leukefeld

Im Artikel von Karin Leukefeld zitiert, hier auch nachzulesen, der Bericht vom 26.01. 2026 von Helga Baumgarten aus Jerusalem

peace walk

Rund zwei Dutzend buddhistische Mönche sind in den USA am 26. Oktober 2026 zu einer etwa 3.700 Kilometer langen Pilgerreise von Texas nach Washington, D.C., aufgebrochen. Der Friedensmarsch führt sie in 110 Tagen durch zehn Bundesstaaten. Ziel der Reise ist es, ein Zeichen für Frieden und Achtsamkeit zu setzen. Ihr Marsch erregt viel Aufsehen:

https://www.youtube.com/watch?v=Vq3gY7jqPxU

Bildquelle: https://www.buddhistdoor.net/news/walk-for-peace-organizers-say-the-journey-will-continue-and-safety-coordination-with-law-enforcement-will-remain-unchanged/

Heinrich-Zille-Karikaturenpreis Aus Wut gezeichnet: Leipziger Künstlerin gewinnt Preis für Anti-Kriegs-Karikatur

11. Januar 2026 Die Leipziger Zeichnerin und Künstlerin Ulrike Wodner hat am Wochenende den Heinrich-Zille-Karikaturenpreis 2026 erhalten. Ihre prämierte Arbeit kommt ganz ohne Worte aus und entstand aus einem Gefühl von Unverständnis mit Blick auf die Kriege in der Welt. Verbunden mit dem Preis sind Ausstellungen in Radeburg und Dresden.

„Eigentlich ist es aus einer Wut entstanden“, erzählt die Künstlerin zu ihrer ausgezeichneten Arbeit im Gespräch mit dem MDR.…..

Genozid in Gaza

„Eine Waffenruhe, die täglich mehr Bomben und Tote für die Menschen im Gazastreifen bringt. Am Donnerstag traf es unter anderem vier Palästinenser – darunter ein elfjähriges Mädchen –, als israelische Raketen ihre Zelte nahe der im Süden der abgeriegelten Enklave gelegenen Stadt Khan Junis trafen. Am Abend meldeten medizinische Quellen den Tod eines Mannes nach einem Angriff auf eine Schule für Vertriebene in Dschabalija im Norden sowie einen weiteren Toten im Zentrum des Gazastreifens, dessen Zeltbehausung in Deir Al-Balah ebenfalls Ziel eines israelischen Bombenabwurfs wurde. Vier weitere Menschen wurden nach Informationen der Agentur Reuters bei einem separaten Angriff im Stadtteil Seitun in Gaza-Stadt getötet“….Ein Artikel von Ina Sembdner in der jungen welt vom 10./11.01.2025

Während in Palästina die Bomben fallen, „betreibt Israel mit Partnerorganisationen in Deutschland massive Lobbyarbeit — auch, um die endlich aufflammende Medienkritik am Gaza-Massaker im Keim zu ersticken“, schreibt Annette Groth in diesem, sehr lesenswerten Artikel in Manova , 10./11.01.2025

Anmerkung der Redaktion: Angesicht der schockierenden Nachrichten erscheint es verwunderlich, dass die Katholische Akademie in Fulda eine etwas andere Veranstaltung zum Thema Genozid anbietet:

„Entgegen einseitigen Bildern von Hass und Gewalt zeigt der Journalist Igal Avidan, wie Juden und Araber im Alltag Nachbarschaft , Freundschaft und Solidarität leben. Seine Reportagen führen in Städte, die Schauplätze von Konflikten waren, und machen Menschen sichtbar, die Brücken bauen, statt Gräben zu vertiefen. So entsteht ein vielschichtiges, hoffnungsvolles Bild einer Gesellschaft zwischen Gewalt und Versöhnung.

Welche „einseitige Bilder“ der Journalist Igal Avidan meint? Vielleicht auch das von mir ausgewählte? Die Veranstaltung am 21.01.26 wird in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Fulda e.V. durchgeführt. Ich empfehle, vor dem Besuch dieser Veranstaltung, den o.g. Artikel von Annette Groth zu lesen. (M.F.)

2.1.2026 Der Mensch als Waffe und Kriegsschauplatz

Sind die da oben denn alle verrückt geworden, mag man sich fragen angesichts der geradezu hysterischen Kriegspropaganda, die uns umgibt. Ein Überfall Russlands würde erwartet, also sei es mehr als gerechtfertigt, dass Deutschland Milliardenschulden aufnimmt. Hektische Aufrüstung, Kürzung von Sozialleistungen – doch Proteste dagegen sind immer noch zaghaft. Was geschieht mit uns? Dieser Frage ist die „Neue Gesellschaft für Psychologie“ in einem Kongress nachgegangen, zu dem es jetzt eine überaus interessante Buchveröffentlichung gibt: „Militarisierung der Gesellschaft. Von der Glückssüchtigkeit zur Kriegsbereitschaft“. Eine Rezension von Irmtraud Gutschke.

Auszug aus dieser sehr lesenswerten Rezension:

„Zum Krieg muss der Mensch erst erzogen werden“, schreibt die Sozialpädagogin Conny Stahmer-Weinandy, „man muss seine Menschlichkeit, seine vitale Lebensenergie und Glückserwartung erst abschaffen, ihn seiner Lust und seinem Leben entfremden … Man muss ihn davon überzeugen, dass Abstrakta wie Freiheit, Vaterland, Demokratie, Sicherheit, Wertewesten realer sind als der konkrete Mensch … Man muss das unbefangen

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.
YOU must be the change you wish to see in the world.
(Mahatma Gandhi)

Nekrolog auf Rolf Becker als politischen Künstler

Susann Witt-Stahl

Nun ist Rolf Becker nicht mehr da und so präsent wie selten zuvor. Denn mit der Trauer setzt die Bewusstwerdung der Dimension des Verlusts ein. Er fehlt so sehr, auf allen Ebenen – jetzt schon. Zu den tragischsten Momenten gehört, dass mit dem Tod von Rolf Becker ein hervorragender Vertreter einer politischen Kunstwelt in diesem Land abgetreten ist, die von immenser Bedeutung ist als Einspruchsinstanz – und nicht zufällig seit der großen Zeitenwende in ihrer Existenz bedroht. …weiterlesen

Rolf Becker