
Vom 12. bis 21. Juni 2026 ist der Hessentag zu Gast in Fulda.
Und wieder wird die Bundeswehr auf einer großen Fläche Tag für Tag präsent sein; um zu zeigen, was sie alles „kann“, um die politische Linie der „Kriegstüchtigkeit“ zu betonen, um junge Menschen für ihre „zivilen Berufsausbildungen“ zu begeistern und um selbst bei minderjährigen Schüler:innen für den „Dienst an der Waffe“ zu werben.
Das „Bündnis Friedlicher Hessentag“ ist gegen solche Militärwerbung auf Volksfesten und bei Minderjährigen. Vor Kurzem gab es ein erstes Online-Treffen, um Ideen zu sammlen und gemeinsam mit der Planung zu beginnen. Wer im Bündnis mitarbeiten möchte, ist herzlich willkommen!
Interessierte wenden sich bitte an
info@friedlicher-hessentag.de

Pressemitteilung Mai 2026: Hallo Fulda!
In Vorbereitung des Friedlichen Hessentags am 13. Juni treffen sich friedensaktive Menschen bereits wöchentlich zu Kundgebungen in Fulda.
Am Ende zog Karin ein treffendes, zurecht erschöpftes Fazit: „Was könnte man an so einem Tag für tolle Sachen machen, wenn es diese S* Kriege nicht gäbe, und diese v* Militarisierung…“: Am bislang wohl schönsten, definitiv bis dato wärmsten Tag des Jahres trafen sich aktive Friedensfreundinnen und -freunde aus Kassel und Fulda auf dem zentralen Universitäts-Platz der Fuldaer Innenstadt zur Kundgebung „Friedlicher Hessentag“. Anlass ist die Vorbereitung des Friedlichen Hessentags am 13. Juni, einer Demonstration eines Bündnisses gegen die werbende Präsenz der Bundeswehr auf dem beliebten Volksfest. Die Gruppe kaperte auf dem Platz den offiziellen Slogan der Festmacher „Foll hessisch“, fügte ein Friedenssignet hinzu und wandte sich mit Reden, Infomaterial, beliebten Stickern, Buttons und einer mahnenden Erinnerung an das Friedensgebot der Hessischen Landesverfassung an die Passantinnen und Passanten dieses ersten echten Sommertags. Die politische Aussicht steht indessen in grausamem Widerspruch zum überwältigend blauen Himmel über Fulda: Bestehende Kriege und kriegstreibende Konzepte werden auch den 13. Juni, den Tag des Friedlichen Hessentags überdauern. Auch wenn man andere tolle Sachen machen könnte, bleibt also wohl keine Wahl: Lasst uns weiter auf die Straßen und Plätze und Feste gehen mit unserem Protest und unserer gemeinsamen Empörung gegen Militarisierung und wachsender sozialer Ungleichheit im Lande. Nicht nur in Hessen…
Info: www.friedlicher-hessentag.de
Text: M. Angebauer, DFG-VK, Kassel
Bundeswehr größter Aussteller beim Hessentag in Fulda
20.5.2026, Fuldaer Zeitung: Bundeswehr: Mit insgesamt rund 14.000 Quadratmetern – aufgeteilt auf eine Ausstellung und ein Festzelt – zählt die Bundeswehr beim Hessentag zu den größten Ausstellern. Im Festzelt erwartet die Besucherinnen und Besucher ein täglich wechselndes Bühnenprogramm: vom Wirtschaftsforum bis hin zu rund 30 Konzerten verschiedener Musikrichtungen.
Auf der 10.000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche geben Bundeswehrfahrzeuge und -gerät Einblick in das breite Aufgabenspektrum der Streitkräfte. Darüber hinaus setzt die Bundeswehr auf Informations- und Dialogangebote: Etwa 35 Aussteller präsentieren unterschiedliche Bereiche und Aufgabenfelder. Ziel ist es, sowohl über die Arbeit der Bundeswehr zu informieren als auch interessierte Besucherinnen und Besucher für eine mögliche Laufbahn zu gewinnen. Für den Hessentagsauftritt sind rund 220 Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Mitarbeitende im Einsatz. In den vergangenen Jahren gab es indes wiederholt Kritik am Auftritt der Bundeswehr auf dem Hessentag – so auch 2025.
Im Bad Vilbel protestierte das „Bündnis Friedlicher Hessentag“ unter dem Motto „Für einen Hessentag ohne Militär“ gegen das Werben auf dem Landesfest. Das Bündnis wird unter anderem von den Parteien Die Linke und Bündnis Sahra Wagenknecht unterstützt. Auch dieses Mal ist eine Demonstration für den ersten Hessentagssamstag angekündigt. Die Bundeswehr möchte Kritik an ihrem Auftritt aufgeschlossen begegnen und den Dialog suchen.
Kundgebung am 9.Mai 2026 auf dem Uniplatz in Fulda

Standbesetzung heute am 9. Mai zum Friedlichen Hessentag mit engagierter Unterstützung aus der Wetterau und Hanau. Ca 400 flyer wurden unter die Leute gebracht und sonstiges Material. Einige Male haben wir reihum über die Musikanlage (großer Dank an Stefan und posthum Bernhard Vogler) den Bündniskonsens verlesen. Zum Abschluss beteiligten wir uns am European Peace Projekt uns verlasen das Manifest am Uniplatz.

Den Pullover hat die Oma auf Wunsch ihres Enkels in den 80er Jahren gestrickt. Der hätte damals auch nicht gedacht, dass der Pullover so lange getragen werden muss…
Rückblick Demo „Friedlicher Hessentag“
ein paar Eindrücke von gestern, 13.Juni, Bericht folgt. Danke an alle Beteiligten!
https://www.youtube.com/post/UgkxMMv5zhzM7MMVT1H2stm1YOYy-7SEhP6_
Und die Rede von Ulrike Eifler zum Auftakt: https://youtu.be/66yAE-9sX_k
Rückblick Filmveranstaltung „Kinder 1945-Zeitzeugen 2025“
Am Abend des 17.Juni zeigte das Bündnis „Friedlicher Hessentag“ den Film „Kinder 1945-Zeitzeugen 2025“ im Gemeindesaal der Lutherkirche. Der Dokumentarfilm wurde produziert von der Offenbacher Friedensinitiative und der Friedensinitiative VVN bda Frankfurt. Filmemacherin ist Rebekka Waitz.
Zu dieser Veranstaltung „Film plus Gespräch“ wurde die Jugendgruppe der Gemeinde eingeladen, um mit ZeitzeugInnen ins Gespräch zu kommen. Doch die Jugendgruppe hatte sich an diesem schönen sommerlichen Abend kurzfristig dazu entschlossen, lieber zum Hessentag zu gehen. Dementsprechend unfreiwillig hoch war deshalb der Altersdurchschnitt der etwa 20 Gäste, die dennoch nach dem Film die Gelegenheit zum Gespräch nutzten.
Es wurde gestritten und über Frieden diskutiert. Erinnerungen kamen hoch und wurden abgeglichen: Hatten doch viele Ähnliches erlebt oder von Eltern und Großeltern erzählt bekommen. Es wurde über transgenerationale Traumata gesprochen, also wie wir heute noch von den Gräueln des Krieges beeinflusst sind- ob bewusst oder unbewusst.
Andererseits wurde deutlich, dass die kleine Gesten des Mitgefühls in Zeiten von Krieg, Vertreibung und Not oft lebenslang nachklingen und Kreise ziehen, die weit über das eigene Leben hinauswirken.
Eine Frau berichtete, wie sie als fünfjähriges Kind mit ihrer vertriebenen Familie in Harmerz landete. Damals waren ja nicht unbedingt alle erfreut darüber, Flüchtlinge aufnehmen zu müssen- denn wer hatte damals schon genug, um etwas zu teilen?
So wird es auf dem Hof in Hamerz auch gewesen sein. Dennoch holt die Bäuerin, als sie die von der Flucht gezeichneten Menschen sieht,
unter dem Küchentisch einen Hocker hervor und sagt:
„So, Kleine, und nun setz dich erst mal und iss etwas.“
Und sie bekommt eine Scheibe Brot mit Butter.
Das kleine Mädchen ist so froh, dieser freundlichen Frau so dankbar, dass sie in diesem Moment beschließt: „So will ich auch werden, so mache ich das auch, wenn ich groß bin.“
Die Flüchtlinge bekommen alle einen Platz, es ist sehr eng. Auf heute unvorstellbar kleiner Wohnfläche leben die 27 Menschen zusammen- die Bauernfamilie und die Flüchtlinge. Das Essen wird geteilt und die Arbeit sowieso. Und als die Zeiten besser wurden, blieb der Zusammenhalt und hält bis heute, wo sie, selbst alt geworden, zurückblickt auf unzählige Begebenheiten, wo sie auch ihre Freigiebigkeit, ihre Herzensgüte, beweisen konnte. Sie glaubt fest daran, dass sich das Geben und das Nehmen in einem natürliches Gleichgewicht befinden.
So vielen Menschen hat sie gegeben und geholfen und bekommt selbst immer Hilfe, wenn sie welche braucht. Sie hat zum Beispiel kein Auto, muss aber oft zum Arzt in die Stadt und die Kinder sind ja auf Arbeit. Aber immer ist irgendjemand da der sie mitnimmt oder fährt. Und das ist nur ein Beispiel für die Herzlichkeit, die sich ausbreitet wie der Stein, der ins Wasser geworfen wird. Die Auswirkungen sind unermesslich.
Es liegt an uns, Liebe und Frieden in die Welt zu bringen anstatt Krieg, Hass und Feindbilder. Wir müssen wieder lernen, zuzuhören, anstatt zu belehren und zu bewerten.
Doch wie kann diese Haltung in die Politik gebracht werden? Denn, wie ein junger Mann so lapidar bemerkte, die Kluft zwischen dem Volk, den einfachen Leuten und den Regierenden, die Konzerninteressen bedienen, ist das eigentliche Problem. Oder haben Sie schon mal davon gehört, dass sich zwei Herrscher duellieren?
Auch nach dem offiziellen Ende des Abends fanden die Gespräche nur langsam ein Ende. Der Wunsch nach weiteren, ähnlichen Gesprächsrunden wurde mehrfach geäußert und es wird sie sicher geben. M.F.
