Bei strahlendem Sonnenschein waren am Samstag Nachmittag Organisatoren vom Bündnis „Friedlicher Hessentag“ in der Fuldaer Innenstadt und den Auen unterwegs, um die Örtlichkeiten für die Hessentagsstraße und das Gelände der geplanten Bundeswehrausstellung in Augenschein zu nehmen. Gekommen waren auf die Einladung des Friedensforum Osthessen Vertreter von Friedensgruppen aus ganz Hessen, wie der Deutschen Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner, Jugend gegen Wehrpflicht, Künstler, Theatergruppen und viele andere. Beim anschließenden Planungstreffen in der Wiesenmühle beratschlagten sie den Verlauf der Protestaktionen gegen die Waffenschau und stellten den Medien den Bündniskonsens vor.
Am 05.12. machten wir mit 55.000 Jugendlichen, hauptsächlich Schüler*innen, klar: Wir wollen keine Wehrpflicht – wir wollen eine Zukunft! Am gleichen Tag ging der Bundestag mit dem Beschluss des sogenannten “Wehrdienstmodernisierungsgesetzes” den ersten Schritt Richtung Wiedereinführung der Wehrpflicht. Ab Januar wurden Fragebögen zur Erfassung der Fähigkeiten und zur Bereitschaft zum Wehrdienst an alle Jugendlichen, die 2008 geboren wurden, verschickt. Ab Sommer 2027 soll die verpflichtende Musterung folgen.
Laut der Bundesregierung brauche es Wehrpflicht und Aufrüstung, um uns zu verteidigen. Doch wir fragen: Warum sollte Hochrüstung Frieden sichern und warum sollten wir für ein Leben in Sicherheit die stärkste Armee Europas brauchen?
„Eine Waffenruhe, die täglich mehr Bomben und Tote für die Menschen im Gazastreifen bringt. Am Donnerstag traf es unter anderem vier Palästinenser – darunter ein elfjähriges Mädchen –, als israelische Raketen ihre Zelte nahe der im Süden der abgeriegelten Enklave gelegenen Stadt Khan Junis trafen. Am Abend meldeten medizinische Quellen den Tod eines Mannes nach einem Angriff auf eine Schule für Vertriebene in Dschabalija im Norden sowie einen weiteren Toten im Zentrum des Gazastreifens, dessen Zeltbehausung in Deir Al-Balah ebenfalls Ziel eines israelischen Bombenabwurfs wurde. Vier weitere Menschen wurden nach Informationen der Agentur Reuters bei einem separaten Angriff im Stadtteil Seitun in Gaza-Stadt getötet“….Ein Artikel von Ina Sembdner in der jungen welt vom 10./11.01.2025
Während in Palästina die Bomben fallen, „betreibt Israel mit Partnerorganisationen in Deutschland massive Lobbyarbeit — auch, um die endlich aufflammende Medienkritik am Gaza-Massaker im Keim zu ersticken“, schreibt Annette Groth in diesem, sehr lesenswerten Artikel in Manova , 10./11.01.2025
Anmerkung der Redaktion: Angesicht der schockierenden Nachrichten erscheint es verwunderlich, dass die Katholische Akademie in Fulda eine etwas andere Veranstaltung zum Thema Genozid anbietet:
„Entgegen einseitigen Bildern von Hass und Gewalt zeigt der Journalist Igal Avidan, wie Juden und Araber im Alltag Nachbarschaft , Freundschaft und Solidarität leben. Seine Reportagen führen in Städte, die Schauplätze von Konflikten waren, und machen Menschen sichtbar, die Brücken bauen, statt Gräben zu vertiefen. So entsteht ein vielschichtiges, hoffnungsvolles Bild einer Gesellschaft zwischen Gewalt und Versöhnung.„
Welche „einseitige Bilder“ der Journalist Igal Avidan meint? Vielleicht auch das von mir ausgewählte? Die Veranstaltung am 21.01.26 wird in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Fulda e.V. durchgeführt. Ich empfehle, vor dem Besuch dieser Veranstaltung, den o.g. Artikel von Annette Groth zu lesen. (M.F.)
Nun ist Rolf Becker nicht mehr da und so präsent wie selten zuvor. Denn mit der Trauer setzt die Bewusstwerdung der Dimension des Verlusts ein. Er fehlt so sehr, auf allen Ebenen – jetzt schon. Zu den tragischsten Momenten gehört, dass mit dem Tod von Rolf Becker ein hervorragender Vertreter einer politischen Kunstwelt in diesem Land abgetreten ist, die von immenser Bedeutung ist als Einspruchsinstanz – und nicht zufällig seit der großen Zeitenwende in ihrer Existenz bedroht. …weiterlesen